Forscher unterstützen Unternehmen

25.08.2018

Finanzielle Hilfe vom Land / TZN berät beim Einsatz von Innovationsgutscheinen

Wenn Geräte der Hightech-Elektronik ihren Dienst versagen, kann das an fehlerhaften Lötstellen liegen. Um solche Fehler frühzeitig zu erkennen, stellt das Willicher Unternehmen modus hightec-electronics optische Prüfsysteme her, die weltweit von Platinenherstellern eingesetzt werden. Jetzt hat das Unternehmen die Verfahren noch verbessern können: durch eine Zusammenarbeit mit der Hochschule Niederrhein, die über einen Innovationsgutschein des Landes NRW mitfinanziert wurde. Forscher der Hochschule haben so ein Verfahren entwickelt, um Lötstellenfehler noch schneller automatisch erkennen zu können. Wofür es solche Innovationsgutscheine gibt und wie sie eingesetzt werden können, darüber können sich Unternehmen beim Technologiezentrum Niederrhein in Kempen informieren und beraten lassen.

„Wir sind mit unseren Algorithmen an eine Grenze gestoßen und wollten bei der Entwicklung einer neuen Produktgeneration neue Wege gehen", sagt Geschäftsführer Klaus Franck. Der Unternehmer nahm Kontakt zum Forschungsinstitut iPattern am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik der Hochschule Niederrhein auf. Dort beschäftigen sich die Professoren Regina Pohle-Fröhlich und Christoph Dalitz mit den Themen Bildanalyse und Mustererkennung.

Sie werteten über 20.000 Bilder verschiedener Lötstellen aus, die mit unterschiedlichen Kamerasystemen aufgenommen worden waren. Dabei wurden die Lötstellen in Fehlerklassen und Regionen unterteilt. Mit Hilfe ausgeklügelter Bildverarbeitungsmethoden wurden Kennzahlen berechnet, die eine Unterscheidung möglich machen.

„Der leere Print wird mit Lötpaste bedruckt, bestückt und durch den Lötofen gefahren. Ein kleiner Fehler in diesem Prozess kann innerhalb einer Produktionsschiene zu sehr vielen fehlerhaften Lötstellen führen", sagt Unternehmer Klaus Franck. Das Problem liegt aber daran, diese schnell und sicher zu erkennen. „Ein typisches Einsatzgebiet für die an unserem Institut erforschten Methoden der Mustererkennung", erklärt Prof. Dr. Christoph Dalitz.

Das Projekt, an dem Dalitz und Pohle-Fröhlich fünf Monate arbeiteten, wurde mittels eines Innovationsgutscheins des Landes NRW finanziell unterstützt. Diese Gutscheine ermöglichen die vergünstigte Nutzung von Know-how und Infrastruktur von Hochschulinstituten zur Entwicklung neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen. Klaus Franck ist von der Zusammenarbeit angetan: „Wir haben als kleines Unternehmen mit 15 Mitarbeitern nicht die Möglichkeit, ein solches Verfahren selbst zu entwickeln. Daher freuen wir uns über ein praxisnahes Ergebnis, das wir konkret anwenden können."

Wofür es Innovationsgutscheine gibt und wie man sie in der Praxis anwenden kann, darüber können sich interessierte Unternehmen bei Karlheinz Pohl vom Technologiezentrum informieren. Er ist erreichbar unter Telefon 02152/202912 oder per E-Mail unter karlheinz.pohl@tzniederrhein.de


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